Unterwegs… zu den Freilichtspielen in Jagsthausen

Heute mal ein ganz besonderer Buchtipp:

Nicht nur aufgrund meines Studiums gehe ich gerne ins Theater, sondern einfach auch deswegen, weil die Stücke plötzlich zum Leben erwachen und meist doch besser sind, als beim Lesen erwartet. Beim „Götz von Berlichingen“ ist das etwas anders gewesen. Goethe hat dieses Drama als Lesedrama konzipiert, schon wegen der vielen Ortswechsel ist eine genaue Umsetzung eigentlich kaum zu bewerkstelligen. Zum Lesen ist es aber durchaus spannend, weshalb ich sehr gespannt auf die Umsetzung als Theaterstück in Jagsthausen bei den Freilichtspielen war. Hier mehr zum Götz und meinen Eindrücken! Lasst euch einfach mal ein auf den etwas anderen Lesetipp;)

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Wer den Götz von Berlichingen und seinen bekannten Ausspruch „Er könne mich am Arsche lecken!“ (3. Akt, dieses Zitat wird auch der „schwäbische Gruß“ genannt) kennt, der kennt auch die Burg Jagsthausen (etwa 10-15 Minuten vom Weinsberger Kreuz bei Heilbronn entfernt). Dort legte einst der Götz mit seiner Familie und noch heute kann man in der Burg bei den Freilichtspielen die Geschichte um den Götz miterleben. Dass Goethe sich dabei einiger Freiheiten bei der Darstellungn bediente, ist allseits bekannt, aber das spricht dem Stück und auch der Legende um den Götz nichts ab.

In 5 Akten führt uns Goethe durch das Leben des Götzens, in der reclam-Ausgabe ist es günstig zu erstehen.

Vor der Zeit des Bauernkriegs in der Region Heilbronn und Hohenlohe beginnt die Handlung und zeigt den Götz als rechtsschaffenden und gerechten Mann, der sich für die Benachteiligten, die zu ihm kommen, einsetzt und ihnen zu ihrem Recht verhilft. Mit seiner Frau und seiner Schwester lebt er auf der Burg bei Jagsthausen und steht im ständigen Zwist mit dem Bischof von Bamberg. Als sein Kindheitsfreund Von Weislingen gefangen genommen wird, velriebt sich dieser auf des Götzens Burg in dessen Schwester Marie und versöhnt sich mit Götz, welcher Von Weislingen seine Schwester zur Frau gibt. Weislingen aber lässt sich vom Bischof und der Adelheid von Walldorf überzeigen und verführen, darauf hin verrät der den Götzen und es kommt zu einer Auseinandersetzung. Der Götz muss versprechen, nicht mehr zu den Waffen zu greifen. als die aufständischen Bauern der Region in im Bauernkrieg als ihren Anführer wollen, bricht der Götz sein Verbot und will erneut ausziehen. Es kommt zur Festsetzung des Götzens im Turm zu Heilbronn, wo er dann an seinem hohen Alter stirbt.

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(In der Burg ist eine Galerie mit Bildern aller Darsteller des Götz zu sehen gewesen, ich habe sie natürlich gleich festhalten müssen.)

Beim Stück selbst hatten wir leider etwas Pech mit dem Wetter, es hat kurz vor Eröffnung des Stückes angefangen zu regnen. Aber mit Regencapes bewaffnet haben wir dem Nass von oben genau getrotzt wie die Darsteller unten auf der Bühne. Die inszenierung war gelungen, nicht zu modern, was meiner Meinung nach ein hostorisches Drama etwas kaputt gemacht hätte. Auf den Götz bezogen: das Stück lebt eben von Rüstungen und Schwertern;)

Rundum hat mich der Abend absolut überzeugt. Die Kulisse im Burghof, die Spezialeffekte und auch die Darsteller haben das Stück lebendig gemacht und mich sher gut unterhalten. Also wer Theatre bislang eher langweilig fand, der sollte es mal mit dem „Götz von Berlichingen“ versuchen, mehr Action habe ich auf einer Theaterbühne bisher selten gesehen (Kampfszenen wechslen sich mit Bauerntänzen ab, Trinkszenen ermutigen zum Lachen und auch an sich ist die Rechtschaffenheit des Götzens inspirierend!)

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(Die Burg Jagsthausen)

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